Wie brennt eine Kerze?
So schlicht eine Kerze auch aufgebaut ist, so kompliziert und aufregend ist ihre Funktionsweise. Wie bei jedem anderen Feuer auch (rasche chemische Verbrennung) müssen drei Komponenten als Voraussetzung zum Brennen vorhanden sein: Sauerstoff, Wärme und Material zum Verbrennen. Bei Raumtemperatur weist der Brennkörper einer Kerze einen beständigen Aggregatszustand auf und ist somit nur schwer entzündbar. Wird Wärme durch ein Streichholz zugeführt, verflüssigt sich der Brennstoff des Dochtes und der Spitze der Kerze bei etwa 60 °C. Der Docht saugt nun den beständigen Teil der Brennstoffmoleküle auf. Durch die Energie der Wärme, welche die Zündquelle abgibt, verdampft der Brennstoff bei etwa 300 °C und wird folglich an die Luft freigegeben. Hier reagieren nun die Sauerstoffmoleküle mit den Brennstoffmolekülen. Bei dieser Reaktion bilden sich Licht und Wärme. Die dabei entstandene Wärme hält den Prozess am Laufen. Das heißt, Brennstoff wird ständig verflüssigt oder verdampft und reagiert dementsprechend mit dem Luftsauerstoff. Durch die Kohlenstoff- und Wasserstoffmoleküle des Brennstoffs entsteht die blaue und gelbe Farbe der Flamme. Die blaue Farbe wird durch die Reaktion der Wasserstoffmoleküle erzeugt, die gelbe Farbe hingegen entsteht bei der Verbindung der Kohlenstoffmoleküle mit dem Luftsauerstoff. Hauptsächlich entstehen bei der Verbrennung des Brennstoffs Kohlendioxid, Wasserdampf und Ruß (nicht verbrannte Kohlenstoffmoleküle). Diese sind jedoch sehr stark konzentriert, dass sie sich selbst mit Messgeräten kaum nachweisen lassen. In den 80er Jahren wurde in Versuchslaboren die Abgabe von Schadstoffen der Kerzen geprüft. Dabei ließen sich jedoch keine schädlichen Konzentrationen nachweisen.
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